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Wo Worte Weltgeschichte wurden. 500 Jahre Reformation in Thüringen: Luthers Thüringer Orte

03.11.2016

Wer ist der beliebteste Deutsche im Ausland? In regelmäßigen Abständen versuchen deutsche Institute das herauszufinden. Alle Umfragen eint, dass der Reformator Martin Luther stets weit oben zu finden ist. Und auch das von ihm auf der Wartburg übersetzte Neue Testament landet bei der Frage nach den Lieblingsbüchern der Deutschen stets auf den vordersten Plätzen. Und mit dem Leben und Wirken des Reformators ist der Freistaat Thüringen eng verbunden.
In Thüringen erinnern Burgen, Schlösser, Klöster und Kirchen authentisch und museal an das Werden der Reformation und an Martin Luther. Im Erfurter Augustinerkloster lebte er von 1505 bis 1511 als Mönch der damals noch einheitlichen Kirche, ehe er 1517 mit seinem berühmten Thesenanschlag in Wittenberg im heutigen Sachsen-Anhalt zum Reformator wurde. In Eisenach auf der Wartburg übersetzte er das Neue Testament ins Deutsche, in Schmalkalden weilte er, um das Bündnis der Protestanten gegen den katholischen Kaiser zu schmieden. 2017 jährt sich der Tag der Reformation zum 500-sten Mal. Marktgetümmel, ein ökumenischer Gottesdienst und die Illumination der Wartburg: Thüringen startet am 10. November 2016 mit einem umfangreichen Programm in die Feierlichkeiten des Reformationsjubiläums 2017.

Martin Luther in Eisenach


Martin Luther, einer der berühmtesten, religiösen Revolutionäre der Welt, hat einen Großteil seines Lebens in Thüringen verbracht und hier studiert, gearbeitet und sich entfaltet. Zunächst kam er nach Thüringen, um in Eisenach zur Schule zu gehen. „Meine liebe Stadt“ nannte Luther die Stadt. Von 1498 bis 1501 besuchte er die ehemalige Gemeindeschule St. Georg in Eisenach und wohnte im heutigen Lutherhaus bei der Familie Cotta. Nach zweijähriger Sanierung präsentiert sich das Lutherhaus Eisenach seit September 2015 völlig neu - mit größeren Ausstellungsflächen und jeder Menge Wissenswertem zu Martin Luther.
Das Herzstück des Hauses: Die neue Dauerausstellung „Luther und die Bibel“, die viel mehr bietet, als ihr Titel erwarten lässt: Außergewöhnliche Exponate, multimediale Präsentationen und überraschenden Einsichten. Hier erfahren Besucher, warum, wie und mit wem Luther die Bibel übersetzte – und welche Wirkung sein Werk auf Sprache, Literatur und Musik hatte.
In der Georgenkirche auf dem Marktplatz, in der Martin Luther schon als Schuljunge gesungen hat, predigte er auch am 10. April 1521 auf seinem Weg zum Reichstag in Worms und dann erneut am 02. Mai 1521 bei seiner Rückkehr. Nach seiner Reise nach Worms kam er auf die Wartburg, da er nun für vogelfrei erklärt worden war. Während seines dortigen Exils vollbrachte er, getarnt als "Junker Jörg", seine größte kulturelle Leistung, die Übersetzung des Neuen Testaments aus dem griechischen Original ins Deutsche. Diese Arbeit sollte in den nächsten Jahrhunderten das am meisten gelesene, deutsche Buch werden und Maßstäbe für die deutsche Sprache setzen. Die Wartburg - heute UNESCO-Weltkulturerbe - ist mit ihrem legendären Lutherzimmer sowie den authentischen Lutherstätten und dem Luthermuseum in Eisenach, der Stadt am Fuße der berühmten Burg, ein Muss für jeden Besucher. Auf der Wartburg wird 2017 unter der Überschrift „Luther und die Deutschen“ ein Teil der großen nationalen Ausstellung zum Jubiläum „500 Jahre Reformation“ gezeigt. Die Ausstellung wird damit an drei Standorten präsentiert: in Berlin, in Wittenberg und auf der Wartburg.

Martin Luther in Erfurt


Die Thüringer Landeshauptstadt Erfurt wurde für den jungen Martin Luther zur geistigen Heimat. Das Hauptgebäude der Alten Universität in Erfurt - das "Collegium Maius" - wurde wieder aufgebaut und atmet heute von neuem den Geist Luthers, der sich hier vor 500 Jahren immatrikuliert hatte und an der Fakultät der Künste 1505 seinen Magister erwarb. Ein schweres Gewitter soll Berichten zufolge 1505 der Grund dafür gewesen sein, dass er an die Tür des Augustinerklosters in Erfurt klopfte und dann aus Dankbarkeit für sein Überleben Mönch wurde. Der Ort dieses Ereignisses, das eine Wende in seinem Leben herbeiführte, ist noch bekannt und wird als Blitzeiche bezeichnet. Ein Besuch an diesem Denkmal bei Stotternheim ist ein interessantes Erlebnis.
Im Kloster – heute ein attraktives Konferenzzentrum und ein beliebter Aufenthaltsort – gehören die Lutherzelle und die Bibliothek zu den Orten, die von den Verehrern Luthers aus dem In- und Ausland am meisten besucht werden. Das protestantische Augustinerkloster bietet auch heute noch Übernachtungsmöglichkeiten an. Inzwischen ist es ein Begegnungs- und Konferenzzentrum, das einer einfachen Lebensweise nach klösterlicher Tradition treu bleibt. Die ruhige und friedvolle Atmosphäre in den einfachen, hell möblierten Räumen bietet Gelegenheit, um zu entspannen und das ohne Fernsehen, Radio oder Telefon.

Martin Luther wurde im Dom der Stadt zum Priester geweiht. Eines der beliebtesten Ereignisse in Erfurt ist jährlich der Martinstag. Zu diesem Anlass zelebrieren die katholische und die protestantische Kirche gemeinsam einen Freiluftgottesdienst zu Ehren von St. Martin de Tours (für Katholiken) und Martin Luther (für Protestanten).
An jedem 10. November füllt sich der Erfurter Domplatz mit tausenden von Menschen. Kinder ziehen mit Laternen durch die Straßen und alle treffen sich zu den Gottesdiensten vor dem Dom. Für Bewirtung und Unterhaltung ist ebenfalls gesorgt. Dabei muss man unbedingt die mit dem Martinstag verbundene, traditionelle Küche – Thüringer Gans und das wohlschmeckende, einheimische Gebäck "Martinshörnchen" – probieren.
Auf einem stadtinternen Lutherweg, ein Gemeinschaftsprojet der katholischen und der evangelischen Kirche, können Besucher einzelne Lutherstationen in Erfurt aufsuchen. Zur Erfurter „Luther Meile“ gehören unter anderem das Collegium maius der alten Universität, das Augustinerkloster, die Michaeliskirche und der Dom.

Beide Städte lassen sich für Gruppen besonders gut mit einer Kostümführung entdecken. Während in Erfurt der Stadtführer als Martin Luther durch die Stadt führt, geht es in Eisenach mit Katharina von Bora auf Spurensuche. Zudem können über das Online- Gästebegleiterportal www.lutherfinder.de spezielle Führungen auf den Spuren von Martin Luther und zu Themen der Reformation gebucht werden. Die sogenannten Lutherfinder begleiten Gäste kompetent an die Stätten der Reformation. Neben Wartburg und Erfurter Augustinerkloster erkunden sie Kirchen und weitere Orte, die mit Luthers Schicksal und den Ereignissen der Reformation verknüpft sind.

Martin Luther in Schmalkalden


Wo Luther verhandelte, predigte, wohnte: In Schmalkalden können die Besucher die Georgenkirche, in der Luther einst predigte, sowie das Schloss Wilhelmsburg besichtigen. Zur Zeit der Reformation stand die Stadt im Blickpunkt europäischer Politik. Landesherr Philipp von Hessen war einer der ersten protestantischen Fürsten und Widersacher Karls V. Der hessische Landgraf gehört zu den schillerndsten Persönlichkeiten des Reformationszeitalters. Er war einer der politischen Führer der Reformation, Mitbegründer und Hauptmann des Schmalkaldischen Bundes. Er war Marburger Universitätsgründer und Vorreiter des Konfirmandenunterrichts. Er war Militärführer und Diplomat. Und er war zweimal verheiratet; aber zeitgleich. Anders als seine Standesgenossen machte Philipp seine zweite Frau aber nicht zu seiner Mätresse, sondern er suchte nach Wegen diese Beziehung zu legitimieren. Wie diese aussahen und welche gravierenden Folgen für die reformatorische Sache daraus resultierten, zeigt ab 13. Dezember 2015 die neue große Sonderausstellung auf Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden.

Martin Luther in Altenburg


Auch die ostthüringische Stadt Altenburg ist mit dem Wirken von Martin Luther verbunden. Während seiner zahlreichen Besuche in Altenburg übernachtete er zumeist im Haus seines überzeugten Anhängers und Freundes Georg Spalatin. Er war einer der wichtigsten Personen der Reformation. Noch bis 26. November 2017 widmet sich eine Doppelausstellung dem Leben und Wirken des Weggefährten von Martin Luther. Die Sonderausstellung „Georg Spalatin – Martin Luthers Weggefährte in Altenburg“ im Residenzschloss Altenburg gibt mit einzigartigen Dokumenten, kunsthandwerklichen Kostbarkeiten und Alltagsgegenständen einen Einblick in die Lebenswelt des Reformators. Den Kontrapunkt setzt die neue Dauerausstellung in Spalatins Wirkungsort St. Bartholomäi und stellt Fragen nach der politischen Wirkung der Reformation bis heute.

Lutherweg ist digital

Der 1010 Kilometer lange Lutherweg verbindet durch ganz Thüringen verschiedene Wirkungsstätten Luthers und wichtige Orte der Reformation. „Stimmen der Reformation.“ ist das Motto für den Lutherweg. Auf fünf Routen verbindet der Weg verschiedene Wirkungsstätten Luthers und für die Reformation wichtige Orte. Der Gast erlebt dabei herrliche abwechslungsreiche Landschaften und landschaftlich reizvolle Teilstrecken. Markiert ist er mit einem grünen „L“ auf weißem Grund. 1010 Kilometer digital verzeichnet, über 400 touristische Attraktionen und Unterkünfte, 20 bedeutende Lutherstätten, 180 Kirchen, 46 Wegetappen, 16 Tourentipps – das ist „Luther to go“, die multimediale Navigations- und Informations-App zum Lutherweg in Thüringen. Für Thüringen-Touristen und Wanderfreunde gibt es sie kostenfrei in den App-Stores von Google und Apple.

Ausführliche Informationen zu den Höhenpunkten und dem gesamten Veranstaltungsprogramm erhalten Interessierte auf den Internetseiten www.lutherland-thueringen.de und www.luther2017.de. Informationen und den Prospekt „Reformation in Thüringen“ gibt es kostenfrei bei der Tourist Information Thüringen unter der 0361/ 37420 oder unter www.thueringen-entdecken.de. Die Tourist Information Thüringen hält zudem passende Übernachtungsangebote und Reisearrangements bereit.

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